Ein-Blick in die Nähstube des Burgvereins                                                                            

von Ursula Althaus-Byrne

 
Wo kommen die vielen wunderbaren Gewänder der Burgfräulein, Hofdamen und des Gefolges, der Bürger, Handwerker und Bauern her?

Diese Frage hat sich sicher schon mancher Besucher des Burgfestes und vor allem des großen Festzuges gestellt, der sich am Sonntag durch unsere Stadt bewegt.

Ein Stück weit muss man mittlerweile fahren, um an diesen für den Verein ungemein wichtigen Ort zu kommen, bis nach Ruppertshain in den 'Zauberberg' . Diesen geheimnisvollen Namen trägt die ehemalige Lungenheilanstalt, die über dem Örtchen thront, in dem die Nähstube des Burgvereins ihren Platz gefunden hat. Betritt man die Räumlichkeiten, spürt man sofort, dass der 'Zauberberg' hier seinem Namen alle Ehre macht.

Etliche prallvolle Kleiderständer mit edlen Samt- und Seidenroben, prachtvollen Junkerröcken und unendlich vielen Kinderkleidern in allen Formen und Farben stehen eng an eng. In raumhohen Regalen sind fein säuberlich beschriftete Körbe und Kisten gestapelt, in denen die Kopfbedeckungen, Unterröcke, Blusen, Hemden und vieles mehr, was zur angemessenen Ausstattung für edle Herrschaften gehört, lagern.

An die 800 Kostüme befinden sich im Fundus des Nähstube, die allermeisten davon wurden von den fleißigen Damen um die langjährige Leiterin Inga Ernst angefertigt. Im zweiten Raum der Nähstube treffen sich Dagmar Reuter, Stephanie Reul, Monika Wochner und Gudrun Fabig einmal in der Woche mit ihrer 'Chefin'. Um den vollgepackten Nähtisch herum, an dem jede der Damen ihren festen Platz hat, wird entworfen, genäht, gestickt und geflickt, was später beim Burgfest zu bewundern ist. Hier lagern auch die kleinen Schätze in Döschen, Gläsern, Schachteln - Perlen, Strasssteine und Pailletten -, die die kostbaren Roben erst zur vollen Pracht herausputzen. Bilder von Burgfräulein und fröhlichen Gesellschaften mit dankbaren Widmungen zieren die Wände.

Das ganze Jahr über gibt es für die Mitarbeiterinnen der Nähstube viel zu tun, beginnend mit der Arbeit am Kleid des künftigen Burgfräuleins und ihres Gefolges. Außerdem die permanente Erweiterung des Bestandes, Ausbesserungsarbeiten an entliehenen Kleidungsstücken und zwischendurch immer wieder Ausleihen für Kostümfeste, Hochzeiten oder ähnliche Feierlichkeiten, die durch perfekte Katalogisierung und Nummerierung der einzelnen Teile sehr vereinfacht wurden.

Wer einmal in die zauberhafte Welt der Nähstube eintauchen möchte, um sich wie ein edles Burgfräulein oder ein stolzer Burgherr zu fühlen, hat jeden Dienstag von 14.30 - 17.30 Uhr hierzu Gelegenheit.