08. Oktober 2021, KöWo   

Lavdendelkönigin und Burgfräulein beim Europatag in Oberursel 

Ausgerichtet wurde das Fest von der Stadt Oberursel und dem Hochtaunuskreis. Landrat Ulrich Krebs begrüßte die Gäste und freute sich über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Er dankte auch den zahlreichen Partnerschaftsvereinen, die mit Ständen vertreten waren. Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, betonte in seiner Rede, dass es gerade die Städtepartnerschaften sind, die durch ihr Engagement zum Frieden in Europa beitragen.

 09. September 2021, KöWo   

Angelika I. - Lasst uns Geschichte weiterschreiben

Wir sind beeindruckt über die große Begeisterung, mit der das zweitägige Fest von allen angenommen wurde. Die zahlreiche positive Resonanz hat uns komplett überwältigt“, zog die Präsidentin des Burgvereins, Birgit Becker, am frühen Montagnachmittag eine glückserfüllte Bilanz des „Burgfestes im Tal“. Sämtliche im Vorfeld gehegten Sorgen und Zweifel ob der Richtigkeit der Entscheidung, nach der letztjährigen Veranstaltungsabsage dieses Mal zumindest ein verändertes Format im Rahmen des Königsteiner Event-Sommers zu wagen, waren spätestens am Samstagabend einer sich breit machenden Freude gewichen.

09. September 2021, KöWo   

Sommersonntag - Modenschau, Musik und Ritterspiel

Nachdem rund 500 über den ersten Veranstaltungstag verteilte Besucher ihrer Glücksstimmung über den zurückgekehrten Sommer inklusive lauem Abend, das dargebotene Programm, die musikalischen (Soundwichmaker) und kulinarischen Genüsse sowie das Wiedersehen im Allgemeinen durch langen Verbleib auf dem Festgelände Ausdruck gegeben hatten, sodass der Burgverein kurzerhand Getränke nachordern musste, sorgte auch das Sonntagsprogramm für unterhaltsame Abwechslung. 

 Dienstag, 7. September 2021   FNP/Taunuszeitung   

 

"Alta Moda" aus längst vergangenen Zeiten - Mantel mit Schutzkraft - Kleine Erwachsene - Die Hofnärrin - Burgfest-Dynastien - Trend geht zum Schlitz 
Quellenangabe: Taunus Zeitung vom 07.09.2021, Seite 14 - Fotos zum Burgfest finden Sie in der Galerie !

Wer glaubt, dass italienische Mode erst Trends setzte, als die Herren Versace, Cavalli und Armani zu Nadel und Faden griffen, der wurde am Sonntagnachmittag beim "Burgfest im Tal" eines "Schickeren" belehrt. Im Kurpark hatte die Nähstube des Burgvereins zu einer Modenschau der historischen Art geladen. Und dort erfuhren die Gäste von Brigitte Oswald-Mazurek unter anderem, dass die Schnitte und Stoffe von jenseits der Alpen in Königstein schon im 16. Jahrhundert angesagt waren. Zumindest dann, wenn man es sich leisten konnte. So wie die Eppsteiner und Stolberger, die damals über die Stadt regierten. Im Geiste der Renaissance hatten die Grafen von Königstein nicht nur die quadratisch-praktische Burg zum Schloss "umgestylt", sondern auch feine Stoffe wie Samt und Seide aus Italien geordert. Mailand, Venedig, Luca, Genua, so Brigitte Oswald-Mazurek, waren damals die Fashion-Metropolen schlechthin. Hier wurde entworfen und geschnitten, was Leute mit Geld am Leibe trugen und bis heute stilgebend für die Kleider ist, die Inga Ernst und das Team der Nähstube den Burgfräuleins auf den zarten Leib schneidern.

Apropos "zarter Leib": Der musste vor rund 600 Jahren noch einiges aushalten. Mit Unterstützung von Zofen und Kammerfrauen wurde so lange am Mieder gezogen und gezerrt, bis sich Haken und Ösen des Kleides am zusammengeschnürten Leib der feinen Damen ineinander fügten. Schon damals galt: Wer schön sein will, muss leiden. Davon allerdings konnten offensichtlich auch die Männer ein Lied singen. Die Miederhöschen, die der Mann damals unter dem Beinkleid trug, waren auf der Haut wohl ebenfalls kein blankes Vergnügen. Zum Glück dürfen die Junker der Königsteiner Burgfräuleins darauf heutzutage ebenso verzichten wie auf die sogenannte Schamkapsel. Während die in der Renaissance noch Auskunft über den Stand der Männlichkeit geben sollte, trugen Frauen ihren Beziehungsstatus auf dem Kopf mit sich herum. Eine Haube für verheiratete, ein Reif für ledige Damen. Stefan Jung

Der "Mantel der schützenden Gewalt", den jetzt Burgfräulein Angelika I. trägt, gehört zum Krönungsornat jeder Lieblichkeit. Er soll an die historische Schutz- und Machtfunktion erinnern, die von der Trägerin ausgeht. Wie Könige und Königinnen in alter Zeit trägt auch das Burgfräulein einen weißen Hermelin zur Versinnbildlichung von Reinheit und Keuschheit. Als der Mantel vor vielen Jahren mit dem entsprechenden Pelz besetzt wurde, war Tierhaar offensichtlich noch en vogue. Heute würde der Trend wohl eher zum Kunstpelz gehen. Auch wenn Corona-bedingt das "Burgfest im Tal" auf ein zweitägiges Minimum eingedampft werden musste, machten die Königsteiner doch das Maximum daraus. Am Samstag wie auch am Sonntag nutzten mehrere Hundert Gäste im steten Wechsel die Chance, den Spätsommer und das Leben im Kurpark zu feiern. Entsprechend entspannt ging es am Samstagabend auf dem Festareal zu. Kein Vergleich zu den sonst so heißen und mitunter auch überhitzten Festnächten auf der Burg. Zwar hatte die Polizei zu sehr fortgeschrittener Stunde außerhalb des Festplatzes einen Fall von gemeinschaftlicher Körperverletzung zu Protokoll nehmen müssen (wir berichteten). Auf der Festwiese jedoch, das war auch aus den Reihen des Burgvereins zu hören, verlief alles ganz entspannt und so wie es sein sollte. Nachdem die Soundwichmaker die Gäste am Samstag musikalisch in die Nacht begleitet hatten, läuteten die Königsteiner Kingstruments den Sonntagnachmittag ein.

Das Orchester um Dirigent Andrew Laubstein setzte auf einen unterhaltsamen Mix an Melodien von Klassik bis Pop - nicht zu heiß und nicht zu unterkühlt, nicht zu laut und nicht zu leise, sondern genau richtig für ein lauschiges Lauschen im Schatten. Ein Platz, der beim Burgfest im Tal sehr begehrt war. Im Anschluss an Platzkonzert und Modenschau sollte der Nachwuchs beim Kinderprogramm der Ritter von Königstein auf seine Kosten kommen. Brigitte Oswald-Mazurek, ehemalige Präsidentin des Burgvereins, lud derweil zu einer Führung durch die Burg ein und leitete damit zugleich über zum Ausklang des Burgfestes mit dem Duo Doubletree. Stefan Jung, Taunus-Zeitung

Diese entzückenden jungen Damen tragen vom Stil her das, was auch die "Großen" in der Renaissance am Leib hatten. Nur eben ein paar Nummern kleiner. Spezielle Kindermode gab es in früheren Jahrhunderten nicht. Dem Kleinkindalter entwachsen, wurden sie wie kleine Erwachsene behandelt. Je nach Stand mussten sie auf dem Hof oder in der Werkstatt mitarbeiten. Die Sprösslinge des Adels und des Bürgertums wurden frühzeitig darauf vorbereitet, das Familiengeschäft zu übernehmen. Der Hofnarr oder hier die Hofnärrin war sehr viel mehr als ein Spaßvogel. Die sogenannten "Narrenfreiheiten" sollten es ihm erlauben, die Wahrheit zu sagen - mal durch die Blume, mal unverblümt. Vorausgesetzt, sein Herr verstand Spaß. "Perkeo", Hofnarr am Heidelberger Hof, wachte zudem über das große Weinfass des Kurfürsten. Burgfest-Dynastien, sprich Familien, die mehrere Burgfräuleins hervorgebracht haben, gibt es in der Kurstadt einige. Da sind zum Beispiel die Hees', die Metz', die Halberstadts, die Fischers oder auch die Hechts. Im Fall von Bettina Becker (re.), Burgfräulein 1986, steht die Dynastie in Person ihrer beiden Töchter (li.) zwar noch in den Startlöchern. Tochter Anna (Mitte) jedoch hat als Königsteiner Lavendelkönigin bereits Vorkenntnisse im huldvollen Repräsentieren gesammelt. Zudem macht sie in ihrem Kleid bereits "bella figura". Dazu ist zu wissen: Dieses Kleid trug ihre Mutter Bettina, als sie 1985 Hofdame bei Burgfräulein Ulrike Halbach, heute Pfaff, war. Auch Ulrike I. hat eine Dynastie begründet. Gemeinsam mit Tochter Carolin (Burgfräulein von 2013) stand sie am Sonntag auf der Bühne. Meist setzt ja die feine Gesellschaft die Trends. Im Fall der "Schlitzärmel" waren es jedoch Landsknechte, die ihre zerschlissenen Ärmel und Hosenbeine aufschnitten und mit anderen Stoffen ausbesserten. Dem Adel gefiel das und er ahmte es nach, obwohl Kaiser Karl V. versuchte, es zu verbieten. Stefan Jung, Taunus-Zeitung

 

Montag, 6. September 2021   FNP/Taunuszeitung   

 

"Lasst uns die Geschichte weiterschreiben" (Quellenangabe: Taunus Zeitung vom 06.09.2021, Seite 16)
KÖNIGSTEIN - Angelika I. beim Burgfest im Tal zum neuen Burgfräulein gekrönt - Fotos zum Burgfest finden Sie in der Galerie !

Eine glitzernde Krone, ein strahlendes Lächeln, dazu der Jubel der Untertanen - und da war es dann am Samstagnachmittag mit einem Mal doch wieder da: dieses Burgfest-Gefühl. Spätestens nachdem Alexander Fürst zu Stolberg-Roßla Angelika Orzechowsky galant aus dem Bürgerstand zum Königsteiner Burgfräulein befördert hatte, schien irgendwie alles zumindest für einen kurzen Moment so, als würde es die Pandemie gar nicht geben. So als sei alles ganz normal. Das es das nicht sein würde und auch nicht sein sollte, darauf hatte Birgit Becker, die Präsidentin des heimischen Burgvereins, bereits vor der Inthronisation der neuen Lieblichkeit noch einmal hingewiesen. 
Passend dazu gab es auch die eine oder andere Änderung zum klassischen Ablauf. Sowohl beim Krönungstag (Samstag statt Freitag), beim Krönungsort (Kurpark statt Kurhaus-Terrasse) wie zudem bei der Wahl des Zeremonienmeisters. Anstelle von Howie Hohmann führte Rainer Kowald, sonst der Moderator des in diesem Jahr Pandemie bedingt ausgefallenen Festumzugs, durch das Programm, das standesgemäß mit dem festlichen Einzug des kommenden Burgfräuleins begann. Nebst Gefolge, versteht sich. Und da konnte sich Angelika doch über einige "Rückendeckung" aus den Reihen ihrer angehenden Untertanen freuen. Begleitet wurde sie nicht nur von ihrem vierköpfigen Hofstaat, sondern auch von Abordnungen der Hohen Burgfrauen, der Festungsgarde, der Ritter von Königstein wie auch der gerüsteten "Kollegen" aus Kronberg. Ebenfalls aus der Nachbarstadt bergauf gefahren waren Mitglieder des Fanfarenzugs Kronbergs, die anstelle der heimischen Mushoba für die passende musikalische Untermalung sorgten.

Sophia I. lässt aus der Ferne grüßen

Alles in allem ein prachtvolles Bild, das noch dazu von gleißendem Sonnenschein gerahmt wurde. Eigentlich alles perfekt - und doch fehlte eine zentrale Figur jeder Inthronisation: das scheidende Burgfräulein. Wie Sophia I. bereits vor einigen Tagen im Interview mit unserer Zeitung angekündigt hatte, konnte sie sich am Samstag nicht persönlich von ihrem Amt und den Königsteinern verabschieden. Ihr Umzug nach Mailand, wo sie am Montag ihr Studium fortsetzt, machte das unmöglich. Auf die berühmten letzten Worte ihrer "Lieblichkeit" mussten die vielen Gäste im Kurpark dann aber doch nicht ganz verzichten. Sophia I. hatte ihren Junker Jan als Emissär entsandt, um Rückschau zu halten auf eine mehr als zweijährige und zweifelsohne besondere Regentschaft. "Wir waren der Hofstaat mit der längsten Amtszeit und den wenigsten Veranstaltungen", rückte Junker Jan das schwierige Repräsentieren unter Corona-Bedingungen in den Blick. Umso mehr danke er im Namen von Sophia für die Unterstützung, die sie in dieser Zeit bei ihrer Familie und vielen Weggefährten - allen voran der Nähstube des Burgvereins - gefunden habe. Zwar werden Sophia und Angelika bei einem dann hoffentlich wieder "normalen" Burgfest 2022 noch ein kleines, gemeinsames "Intermezzo" geben. Das kündigte Birgit Becker bereits am Samstag an. Schon jetzt aber wünscht die scheidende Lieblichkeit ihrer Nachfolgerin mindestens "doppelt so viele Termine", um das Dasein eines Königsteiner Burgfräuleins so richtig mit Leben füllen zu können. Genau das hat Angelika I. augenscheinlich auch vor. Pandemie hin, Corona her. Sie werde ihre neue Aufgabe mit voller Leidenschaft angehen, kündigte die neue Regentin ihren "Untertanen" gleich nach der Krönung an. Es müsse von Herzen kommen, was auf Herzen wirken solle. Und ihr Herz schlage mit voller Kraft für das Burgfest und die Burg, an deren Fuß sie 1996 geboren wurde. Gemeinsam mit ihrem Hofstaat - den Hofdamen Julia und Nathalie wie auch den Junkern Daniel und August - freue sie sich sehr darauf, die Stadt und den Burgverein zu repräsentieren. Und das bis Mitte 2023 - das zumindest ist der aktuelle Plan. Wie Sophia soll auch Angelika zwei volle Amtsjahre regieren. Getragen von der Hoffnung, dass das nach wie vor ausstehende 70. Burgfest im kommenden Jahr wieder ganz traditionell auf der Burg gefeiert werden kann. Für den Moment allerdings, so Königsteins neues Burgfräulein, müsse man sich mit dem arrangieren, was die Pandemie-Lage erlaube. Da sei es für sie zumindest in diesem Jahr auch erst einmal nachrangig, ob die Menschen im Tal oder auf der Berg zusammenkommen. Entscheidend sei, dass sie wieder zusammenkommen.

Besinnung auf das Wesentliche

Eine Überzeugung, die Königsteins frischgebackene Regentin mit Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) teilt. Nicht zuletzt dank des umsichtigen Verhaltens der Bevölkerung, so Helm, sei die Kurstadt bislang vergleichsweise unbeschadet durch die Pandemie gekommen. Jetzt gelte es, gemeinsam den Blick nach vorne zu richten - wenn auch mit Bedacht. Das Burgfest im Tal sei hier ein wichtiger Schritt. Angelika I. riet ihren Untertanen, das Ganze denn auch als Chance zu begreifen, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Und wesentlich sei letztlich, was jeder einzelne für sich mit dem Burgfest verbinde. Jeder habe da seine ganz eigene Definition und vor allem seine ganz eigenen Erinnerungen. Sie, so Königsteins neue Regentin, sehe in der diesjährigen Feier im Tal ein Signal des "Weitermachens" und letztlich auch des Weiterlebens. Denn darauf komme es an. "Lasst uns die Geschichte weiterschreiben", appellierte Angelika I. an ihr Volk, verbunden mit ihrem Leitmotto für die kommenden Monate: "Wir gehören auf die Burg, das steht fest." Stefan Jung, Taunus-Zeitung - 

 

Freitag, 3. September 2021   FNP/Taunuszeitung   

 

Sie schreiben mit Nadel und Faden Geschichte (Quellenangabe: Taunus Zeitung vom 03.09.2021, Seite 14)
KÖNIGSTEIN - Nähstube des Burgvereins präsentiert handgefertigte Gewänder bei Modenschau - Fotos zum Burgfest finden Sie in der Galerie !

Inga Ernst, Dagmar Reuter und Stephanie Reul haben nicht nur flinke und geschickte Finger. Das Dreigestirn der Nähstube des Burgvereins muss gerade in diesen Tagen auch gut zu Fuß sein. Die letzten Vorbereitungen für das "Burgfest im Tal" am kommenden Wochenende im Kurpark laufen. Mit Blick darauf wirbeln die drei Damen besonders flott durch ihre textile Schatzkammer in der Klosterstraße 6. Und das gleich aus zwei Gründen. Zum einen läuft die Ausleihe von Gewändern. Denn auch wenn Corona bedingt am Samstag und Sonntag "nur" in kleinerem Rahmen gefeiert werden soll, würden sich die Veranstalter doch freuen, wenn die Besucher die Gelegenheit nutzen und gewandet zur Veranstaltung kommen. Im großen Fundus des Burgvereins lässt sich sicher etwas Passendes finden. Und zum anderen bereiten die drei Damen die hauseigene "Modenschau" vor, die am Sonntag um 14 Uhr im Kurpark über die Bühne gehen wird.

"Es sind schon einige Kleider ausgeliehen worden. Die aktuellen Roben der Burgfräulein sind allerdings nicht hier, sondern bei den Lieblichkeiten zu Hause", weiß Inga Ernst. Mit Stefanie Reul und Dagmar Ernst gibt sie einen Überblick über die unzähligen Kleider des Burgvereins. Seit 43 Jahren näht, stickt, und besetzt Inga Ernst mit Tüll, Taft und vor allen Dingen Samt. Die Chefin der Nähstube hat etliche Roben genäht, aufgetrennt und wieder zusammengeflickt. Dagmar Reuter und Stefanie Reul helfen ihr mit großer Passion und viel Geschick. Die drei Damen verstehen ihr Handwerk. Betritt man die Nähstube fasziniert der Anblick hunderter Gewänder aller Farben, Größen und Formen.

Mit Nadel und Faden zeichnen die Frauen ein Stück mittelalterlicher Geschichte und vor allem auch Burgfest-Historie nach. Ein hoch interessanter Stoff. Während Kundinnen zur Ausleihe für das nahende Festwochenende vorbeischauen, stellen Ernst, Reul und Reuter im Gespräch mit unserer Zeitung einige besondere Roben vor. "Dieses Kleid habe ich zum Beispiel nicht genäht", sagt Inga Ernst und ergänzt: "Es wurde vom Burgfräulein selbst gefertigt und hat spanische Akzente." Die grüne Samtrobe mit erlesener Stickerei ist aus den Siebzigern. Mit weißem Winterhermelin am Ausschnitt und silbernen Litzen wurde das Kleid zum Burgfest 1971 getragen. Zwei Jahre im Dienst einer Lieblichkeit stand das Kleid, das Stefanie Reul vom Bügel nimmt. 1976 und 1977 war Marlis Ohlenschläger, die heute längst Zierlein heißt, in einem Traum in Kobaltblau mit weißen Satinakzenten gewandet. Inga Ernst erinnert sich, dass sie das Kleid später zur Reinigung auseinandernehmen musste. "Der weiße Satin musste gewaschen werden. Das Wetter ist ja nicht immer sonnig", erläutert Reul. Gerne ziehen die Damen eine dritte Robe aus dem Fundus. Mehrfach musste dieses Stück ausgebessert und aufgearbeitet werden. Es ist ob seiner roten Farbe eine beliebte Leihgabe. Feuerrot glänzt das weiche Gewirk mit Goldlitzen und farblich abgestimmten Pailletten. Ein dunkles Pendant präsentiert Dagmar Reul. Romantisch und elegant wirkt die auberginefarbene Maßanfertigung. Farblich passender Steinbesatz und Puffärmel aus Samt und Brokat verleihen schlichte Eleganz.

Unzählige Steine haben die drei Frauen in den Jahren ihres Wirkens auf hunderte Gewänder genäht. Rosetten, Raffungen und Bordüren können sie im Schlaf fertigen. Sie zaubern aber nicht nur holden Burgfräuleins traumhafte Kleider um die Taille, sondern schneidern auch für Kinder, Jugendliche und Herren - textile Standesunterschiede inbegriffen. "Die Kniebundhosen waren den Edelmännern vorbehalten", erläutert Dagmar Reul. Inga Ernst ergänzt: "Lange Hosen trugen die Bauern." Die Näherinnen haben sich im Laufe der Jahre viel Wissen um das angeeignet, was vor Hunderten von Jahren einfach nur kleidete oder prachtvoll zierte. Ernst: "Allerdings haben wir uns anfangs auch ein paar Anregungen eingekauft." Mittelalterliche Bühnenkostüme beispielsweise aus Düsseldorf wurden zu Mustern der eigenen Mode.
Dazu zählt ein fast schon "antikes" Leihstück für Herren aus den späten Fünfzigern. Goldbraun ist es, hat eine verdeckte Knopfleiste und einen weißen Spitzenkragen. Das mittelalterliche Barett mit geschwungenen, gebleichten Straußenfedern und der am Gewand befestigte Talerbeutel demonstrieren den Stand des Trägers. "Ein Edelmann kleidete sich mit Barett und Puffhose. Die Waden wurden mit weißen Strümpfen bedeckt", so Dagmar Reuter.Auch bei den Damen ist es natürlich nicht mit dem Kleid getan - so schön es auch sein mag. Samtbeutel, Haarkränze, Schleier und andere Accessoires machen die Kleider erst richtig stilecht.Das Ziermaterial bestellen die Näherinnen im Rhein-Main-Gebiet. Auch in Königstein wurde man schon fündig. Rund 1 000 Pailletten, Perlen und Steinchen heften Inga Ernst, Stefanie Reul und Dagmar Reuter auf Samt und Seide. Pro Robe, versteht sich. Eine echte Fleißarbeit, die die Damen von der Nähstube ohne Murren verrichten. "In einem Beutel sind üblicherweise 144 Steine", weiß Inga Ernst. Kinderkleider werden ebenso detailreich mit Glitzer und Spitze verziert. Das Kleid einer ehemaligen kleinen Hofdame zieren hunderte stecknadelgroße Perlchen, die einst von Hedwig Pappon angebracht wurden. Am Wochenende wird man in Königstein die modische Vielfalt der Nähstube an Trägerinnen und Trägern bestaunen dürfen. Wer sich noch ein Gewand ausleihen möchte, hat am Samstag, 4. September, ein letztes Mal Gelegenheit, von 11 bis 12 Uhr in der Nähstube fündig zu werden.

Esther Fuchs, Taunus-Zeitung

 

07. Juni 2021, KöWo   

Königsteiner Burgfest - dieses Jahr im Tal

Herausfordernde Zeiten erfordern angepasstes Handeln. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass sich das Präsidium des Burgvereins Königstein dazu entschlossen hat, zum zweiten Mal hintereinander die 70. Auflage des Königsteiner Burgfestes zu verschieben und stattdessen eine kleine, aber feine Veranstaltungsvariante im Tal zu feiern. Auf den Punkt gebracht findet von Samstagnachmittag, 4. September bis Sonntagabend, 5. September im Kurpark unterhalb des Kurhauses das „Königsteiner Burgfest im Tal“ statt.

 

18. März 2021, KöWo   

Frisch aus der Nähstube

Ostern steht vor der Tür und auch das Team der Nähstube des Burgvereins hat sich darauf eingestimmt. Inga Ernst und ihr Team haben hübsche Osterdekoration genäht, die sie verkaufen.

 

11. März 2021, KöWo   

Frisch aus der Nähstube

Ostern steht vor der Tür und auch das Team der Nähstube des Burgvereins hat sich darauf eingestimmt. Inga Ernst und ihr Team haben hübsche Osterdekoration genäht, die sie verkaufen.